Mikrowelle mit Grill oder Heißluft – Welche Zusatzfunktion lohnt sich wirklich?

Von Redaktion 28.03.2026
Mikrowelle mit Grill oder Heißluft – Welche Zusatzfunktion lohnt sich wirklich?

Warum Zusatzfunktionen bei Mikrowellen immer beliebter werden

Die klassische Mikrowelle war lange Zeit ein reines Aufwärmgerät. Reste vom Vortag erhitzen, Milch warm machen oder Tiefkühlkost auftauen – mehr konnte sie nicht. Doch die Anforderungen an Küchengeräte haben sich verändert. Immer mehr Haushalte setzen auf kompakte Lösungen, die mehrere Funktionen in einem Gerät vereinen. Gerade in kleineren Küchen, Singlehaushalten oder Studentenwohnungen kann eine Mikrowelle mit erweitertem Funktionsumfang einen vollwertigen Backofen teilweise ersetzen.

Zwei Zusatzfunktionen haben sich dabei besonders etabliert: die Grillfunktion und die Heißluftfunktion (auch Umluft oder Konvektion genannt). Beide versprechen mehr Vielseitigkeit beim Kochen, arbeiten aber nach völlig unterschiedlichen Prinzipien. Bevor Sie sich für ein Modell entscheiden, lohnt es sich, die Unterschiede genau zu verstehen. Einen umfassenden Überblick über verfügbare Geräte finden Sie unter Alle Produkte.

So funktioniert eine Mikrowelle mit Grillfunktion

Bei einer Mikrowelle mit Grillfunktion ist zusätzlich zu den Mikrowellenstrahlen ein Heizelement im Garraum verbaut – in der Regel ein Quarz- oder Infrarotgrill, der an der Oberseite des Innenraums angebracht ist. Dieses Heizelement erzeugt intensive Oberhitze, die direkt auf die Oberfläche der Speisen wirkt.

Das Ergebnis: Lebensmittel bekommen eine knusprige, gebräunte Oberfläche, die mit der reinen Mikrowellenfunktion nicht möglich wäre. Typische Anwendungen sind:

  • Überbackene Gerichte wie Aufläufe oder Gratins
  • Toasts und Brötchen mit knuspriger Oberfläche
  • Würstchen, Hähnchenschenkel oder dünne Fleischstücke grillen
  • Pizza aufwärmen, ohne dass sie weich und labberig bleibt

Die meisten Geräte bieten einen Kombimodus, bei dem Mikrowelle und Grill gleichzeitig arbeiten. So werden Speisen von innen per Mikrowelle erhitzt und gleichzeitig von oben gebräunt. Das spart deutlich Zeit gegenüber einem herkömmlichen Backofen.

Ein gutes Beispiel für eine solide Mikrowelle mit Grillfunktion ist die Severin MW 7761 Mikrowelle, die beide Funktionen zuverlässig vereint und dabei preislich im mittleren Segment liegt.

So funktioniert eine Mikrowelle mit Heißluft

Mikrowelle mit Heißluftfunktion und Ventilator im geöffneten Garraum

Die Heißluftfunktion geht einen Schritt weiter. Hier wird ein zusätzlicher Ventilator eingesetzt, der erhitzte Luft gleichmäßig im gesamten Garraum verteilt. Das Prinzip ist identisch mit dem eines Umluftbackofens – nur eben in einer deutlich kompakteren Bauform.

Durch die gleichmäßige Wärmeverteilung eignet sich eine Mikrowelle mit Heißluft für Zubereitungsarten, die weit über das einfache Aufwärmen hinausgehen:

  • Backen: Kuchen, Muffins und sogar Brot gelingen in vielen Heißluft-Mikrowellen überraschend gut
  • Braten: Hähnchen, Schweinebraten oder Gemüseaufläufe werden rundherum gleichmäßig gar
  • Knusprige Ergebnisse: Pommes, Frühlingsrollen oder Kroketten bekommen eine gleichmäßig gebräunte Kruste
  • Garen auf mehreren Ebenen: Einige Modelle erlauben das Garen auf verschiedenen Höhen, ähnlich wie im Backofen

Auch hier gibt es in der Regel Kombinationsprogramme: Mikrowelle plus Heißluft, Heißluft plus Grill, oder sogar alle drei Funktionen gleichzeitig. Geräte wie die Toshiba Mikrowelle 10001878 zeigen, dass leistungsstarke Heißluft-Mikrowellen mittlerweile auch in erschwinglichen Preisklassen verfügbar sind.

Grill vs. Heißluft – Der direkte Vergleich

Um die richtige Entscheidung zu treffen, hilft ein strukturierter Vergleich beider Funktionen anhand der wichtigsten Kriterien:

Vielseitigkeit

Die Heißluftfunktion ist hier klar im Vorteil. Während die Grillfunktion primär für das Bräunen und Überbacken gedacht ist, eröffnet Heißluft ein deutlich breiteres Spektrum an Zubereitungsmöglichkeiten. Wer tatsächlich Backen, Braten und Grillen in einem Gerät vereinen möchte, kommt an der Heißluft nicht vorbei.

Geschwindigkeit

Beim reinen Aufwärmen mit Bräunungseffekt ist die Grillfunktion im Vorteil. Die direkte Oberhitze wirkt schnell und gezielt. Die Heißluft braucht etwas länger, da der gesamte Garraum erst auf Temperatur gebracht werden muss – ähnlich wie beim Vorheizen eines Backofens.

Ergebnisqualität

Für knusprige Oberflächen bei Aufläufen oder überbackenem Käse liefert der Grill exzellente Ergebnisse. Bei Gerichten, die gleichmäßig durchgegart werden sollen – etwa einem ganzen Hähnchen oder einem Kuchen – ist die Heißluft überlegen. Sie sorgt für eine homogene Wärmeverteilung, die der Grill allein nicht leisten kann.

Preis

Mikrowellen mit reiner Grillfunktion sind in der Regel günstiger als Modelle mit Heißluft. Die zusätzliche Technik (Ventilator, aufwändigere Steuerung, stärkere Isolierung) macht Heißluft-Mikrowellen teurer. Der Preisunterschied liegt je nach Hersteller und Ausstattung zwischen 30 und 100 Euro.

Energieverbrauch

Die Heißluftfunktion verbraucht tendenziell mehr Strom, da ein größeres Luftvolumen erhitzt werden muss und der Ventilator zusätzliche Energie benötigt. Für gelegentliches Überbacken ist die Grillfunktion daher die sparsamere Wahl. Bei regelmäßiger Nutzung als Backofenersatz relativiert sich der Mehrverbrauch allerdings, da eine Mikrowelle mit Heißluft immer noch effizienter arbeitet als ein großer Einbaubackofen.

Platzbedarf und Bauform

Mikrowellen mit Grillfunktion sind in der Regel kaum größer als Standardmikrowellen. Heißluft-Modelle können etwas größer und schwerer ausfallen, weil der Ventilator und die bessere Isolierung mehr Platz beanspruchen. In sehr beengten Küchen kann das ein relevanter Faktor sein.

Für wen eignet sich welche Funktion?

Die Entscheidung zwischen Grill und Heißluft hängt letztlich von Ihren persönlichen Koch- und Essgewohnheiten ab. Hier eine Orientierung:

Die Grillfunktion ist ideal für Sie, wenn …

  • Sie vor allem Aufwärmen und Überbacken möchten
  • Ihnen eine knusprige Oberfläche bei Pizza, Toast oder Aufläufen wichtig ist
  • Sie bereits einen vollwertigen Backofen besitzen und die Mikrowelle nur ergänzend nutzen
  • Ihr Budget begrenzt ist
  • Sie wenig Platz in der Küche haben

Die Heißluftfunktion ist ideal für Sie, wenn …

  • Sie die Mikrowelle als teilweisen Backofenersatz nutzen möchten
  • Sie regelmäßig backen, braten oder garen wollen
  • Sie in einer kleinen Wohnung ohne Backofen leben
  • Ihnen gleichmäßige Garergebnisse wichtiger sind als reine Geschwindigkeit
  • Sie bereit sind, etwas mehr zu investieren

Kombigeräte: Das Beste aus beiden Welten?

Viele moderne Mikrowellen bieten sowohl Grill als auch Heißluft in einem Gerät. Diese sogenannten 3-in-1-Mikrowellen vereinen alle Vorteile und sind besonders flexibel einsetzbar. Der Preis liegt naturgemäß höher als bei Geräten mit nur einer Zusatzfunktion, doch die Investition kann sich lohnen, wenn Sie ein einzelnes Gerät für möglichst viele Aufgaben suchen.

Achten Sie bei Kombigeräten besonders auf:

  • Garraumgröße: Mindestens 23 Liter sollten es sein, damit auch größere Gerichte Platz finden
  • Leistung: Eine Mikrowellenleistung von 800 bis 1000 Watt und eine Grillleistung von mindestens 1000 Watt sind empfehlenswert
  • Vorprogrammierte Kombinationen: Gute Geräte bieten automatische Programme, die Mikrowelle, Grill und Heißluft intelligent kombinieren
  • Zubehör: Ein Grillrost, ein Drehteller und idealerweise ein Backblech sollten im Lieferumfang enthalten sein

Typische Fehler beim Kauf vermeiden

Unabhängig davon, für welche Zusatzfunktion Sie sich entscheiden, gibt es einige häufige Fehler, die Sie beim Kauf vermeiden sollten:

  • Zu kleiner Garraum: Wer die Grill- oder Heißluftfunktion regelmäßig nutzen möchte, braucht ausreichend Platz. Modelle unter 20 Litern sind für diese Zwecke oft zu klein.
  • Fehlende Kombinationsprogramme: Die eigentliche Stärke liegt in der Kombination von Mikrowelle und Zusatzfunktion. Geräte ohne solche Programme schöpfen ihr Potenzial nicht aus.
  • Ungeeignetes Geschirr: Nicht jedes mikrowellengeeignete Geschirr verträgt auch Grillhitze oder Heißluft. Achten Sie darauf, hitzebeständiges Geschirr aus Keramik, Glas oder Metall (nur bei Grill- oder Heißluftbetrieb ohne Mikrowellenfunktion) zu verwenden.
  • Reinigung unterschätzen: Grillen und Backen in der Mikrowelle erzeugen Fettspritzer und Verschmutzungen. Modelle mit einer Beschichtung aus Keramik oder Edelstahl lassen sich leichter reinigen als solche mit lackiertem Innenraum.

Praxistipps für den Alltag

Damit Sie das Maximum aus Ihrer Mikrowelle mit Zusatzfunktion herausholen, hier einige bewährte Tipps:

  • Vorheizen nutzen: Gerade bei der Heißluftfunktion liefert ein kurzes Vorheizen von drei bis fünf Minuten deutlich bessere Ergebnisse.
  • Kombimodus ausprobieren: Der gleichzeitige Einsatz von Mikrowelle und Grill oder Heißluft spart bis zu 50 Prozent der Garzeit gegenüber einem herkömmlichen Backofen.
  • Position beachten: Beim Grillen sollten Speisen möglichst nah an das obere Heizelement platziert werden. Bei Heißluft hingegen ist eine mittige Positionierung ideal.
  • Nicht überladen: Lassen Sie genügend Platz für die Luftzirkulation, besonders im Heißluftmodus. Zu voll beladene Geräte liefern ungleichmäßige Ergebnisse.
  • Regelmäßig reinigen: Fett und Speisereste, die sich durch Grillen ansammeln, können bei der nächsten Nutzung verbrennen und unangenehme Gerüche verursachen. Eine Reinigung nach jeder intensiven Nutzung ist empfehlenswert.

Fazit: Die richtige Wahl hängt von Ihren Bedürfnissen ab

Sowohl die Grill- als auch die Heißluftfunktion sind sinnvolle Erweiterungen, die aus einer einfachen Mikrowelle ein deutlich vielseitigeres Küchengerät machen. Die Grillfunktion überzeugt durch Einfachheit, Schnelligkeit und einen günstigen Preis. Sie eignet sich perfekt für alle, die gelegentlich überbacken oder bräunen möchten, aber bereits einen Backofen besitzen.

Die Heißluftfunktion bietet dagegen maximale Flexibilität und kann einen Backofen in vielen Situationen ersetzen. Für kleine Küchen, Wohnungen ohne Backofen oder kochbegeisterte Singles und Paare ist sie die bessere Wahl.

Wer sich nicht entscheiden kann, greift zu einem Kombigerät mit beiden Funktionen. In jedem Fall lohnt es sich, vor dem Kauf die eigenen Kochgewohnheiten ehrlich zu reflektieren – und dann gezielt das Gerät zu wählen, das am besten zum eigenen Alltag passt. Einen Überblick über aktuelle Modelle mit verschiedenen Funktionen finden Sie unter Alle Produkte.